"Hilfe zur Pflege" vom Sozialamt

Wenn das Geld nicht reicht, stellen Sie beim Sozialamt einen Antrag auf Hilfe zur Pflege. Das muss Ihnen nicht peinlich sein. Pflegende Angehörige leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und ersparen dem Staat dadurch viel Geld. Der Sozialhilfeträger kann Kosten übernehmen, wenn jemand zuhause gepflegt wird oder im Pflegeheim lebt.

Für wen kommt die "Hilfe zur Pflege" in Frage? Zum Beispiel für

  • Menschen mit kleiner Rente
  • Menschen, die nicht pflegeversichert sind
  • Menschen, die Hilfe brauchen, aber weniger als sechs Monate pflegebedürftig sind
  • Betroffene mit einer kostenintensiven Pflege (z.B. Komapatient in einer WG)
  • Pflegebedürftige im Heim, deren eigenes Vermögen aufgebraucht ist

Bevor das Sozialamt zahlt, müssen pflegebedürftige Menschen allerdings ihr eigenes Einkommen einsetzen - bis zu einem gewissen Betrag. Je nachdem, wie viel Geld Kinder oder Ehepartner haben, können auch die zur Kasse gebeten werden. Das nennt sich Unterhaltspflicht.

Wie viel das Sozialamt zahlt, hängt also von Ihrer persönlichen Situation ab. Stellen Sie einen schriftlichen Antrag. Darin müssen Sie etwa Vermögenswerte offenlegen, Wohnverhältnisse, Kontoauszüge, Arbeitsverträge - "es ist ziemlich aufwändig", sagt Gudula Wolf von der AWO Online- Pflege- und Seniorenberatung. Außerdem machen sich Gutachter des Sozialhilfeträgers ein eigenes Bild von Ihrer Situation - ähnlich wie der MDK.

Ob ein Antrag Erfolg hat, dazu können auch Pflegestützpunkte beraten. Außerdem haben alle Sozialhilfeträger eine Beratungspflicht.